Was mache ich als Notfallpsychiater, wer kann mich alarmieren?
Ich bin Facharzt für Psychiatrie mit eigener Praxis und kann Patientinnen und Patienten in Not rund um die Uhr zur Seite stehen.
Ich mache Hausbesuche und Beratungen am Telefon.
Jede Person oder auch Institution kann mich anrufen, wenn jemand sofort ärztliche Hilfe braucht. Man kann bei mir für sich selber, für Angehörige oder Bekannte Hilfe anfordern.
Wann ist es angebracht, Hilfe zu holen?
Eine Notsituation kann ausgelöst sein durch äussere Ereignisse, Unfälle, schlimme Mitteilungen oder Überforderungssituationen. Auch persönliche Probleme, Ratlosigkeit, Verzweiflung oder eine psychische Krankheit, zum Beispiel eine akute Depression, können zu Krisen führen. Soziale Traumata und Krisen in der Familie oder am Arbeitsort können ebenfalls sehr belastend sein. Manchmal spielen Drogen oder Alkohol eine Rolle. Wenn es jemandem sehr schlecht geht und die Person suizidale Gedanken äussert, ist eine Einschätzung durch einen Facharzt wichtig.
Wie gehen wir gemeinsam vor?
Als Notfallpsychiater versuche ich durch Gespräche die Situation einfühlsam und sorgfältig zu klären und eine Übersicht zu erstellen: Zusammen mit dem Patienten werfe ich einen Blick in die Vergangenheit und auf die Gegenwart. Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es jetzt und in der Zukunft, damit es dem Patienten besser geht? Wie können die Probleme eingegrenzt und schrittweise abgebaut werden?
Dabei kann mir meine Sicht als neutrale Aussenperson helfen. Nach Absprache mit dem Patienten kann ich auch ein Telefongespräch mit Angehörigen oder anderen wichtigen Personen führen. Dies kann ebenfalls Erleichterung bringen.
Welches sind mögliche Behandlungswege und Massnahmen?
Wenn nötig spreche ich auch über Medikamente oder eine Klinikeinweisung.
Wenn ich der Überzeugung bin, dass eine Klinikeinweisung für den Patienten am besten ist, versuche ich, dies dem Patienten sorgfältig zu erklären und ihn zu einem Klinikeintritt zu motivieren.
Wenn der Patient mit einer Klinikeinweisung nicht einverstanden ist, der Klinikaufenthalt aber der einzige und schnellste Weg zur Genesung ist, kann eine fürsorgerische Unterbringung verfügt werden. Dies ist in dramatischen Situationen der Fall, zum Beispiel wenn der Patient stark verwirrt ist.
Selbstverständlich bin ich strikte an das Arztgeheimnis gebunden. Meine psychiatrischen Notfalleinsätze werden von der Krankenkasse übernommen.
Psychiater Martin Paris bei einem Hausbesuch
Bild SRF/Youtube

